2 Senioren fahren Fahrrad

Check-up 35 wird zur Gesundheitsuntersuchung

In Deutschland hat jeder gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle drei Jahre Anspruch auf eine Gesundheitsuntersuchung. Sie kann gesundheitliche Risiken aufdecken.

Sie fühlen sich gut. Das heißt aber nicht unbedingt, dass Sie auch ganz gesund sind. Eine regelmäßige Gesundheitsuntersuchung kann Risikofaktoren wie beispielsweise grenzwertige oder bereits erhöhte Werte für Blutzucker, Blutdruck oder Blutfette feststellen. Bleiben sie unentdeckt können sich daraus – mitunter ziemlich unauffällig – Krankheiten wie Bluthochdruck, Typ 2-Diabetes, Nieren- und Herzerkrankungen entwickeln. Wer seine Risiken kennt, kann gegensteuern – zum Beispiel mit Lebensstiländerungen oder auch mit Medikamenten. Kurz: Die Gesundheitsuntersuchung bietet die Chance auf ein möglichst gesundes Altern.

Die Früherkennungsuntersuchung ist freiwillig. Niemand muss daran teilnehmen. Sie bringt unter Umständen auch gewisse Nachteile mit sich. Ergeben sich zum Beispiel Auffälligkeiten, folgen in der Regel weitere Untersuchungen zur Abklärung. Ein einzelner Parameter reicht üblicherweise nicht aus, um eine Diagnose zu stellen. Manchmal handelt es sich letztlich um einen "falschen Alarm". Dann hat man sich unnötig Sorgen gemacht. Andererseits: Deckt die Untersuchung Krankheitsrisiken auf, kann sie von großem Nutzen sein. Wer seine Lebensgewohnheiten entsprechend anpasst, verhindert damit möglicherweise Schlimmeres.

Was beinhaltet die allgemeine Gesundheitsuntersuchung?

Die Gesundheitsuntersuchung kann ab dem 18. Lebensjahr vorgenommen werden. Im Zeitraum bis zum 35. Lebensjahr wird eine Untersuchung von der Kasse getragen. Ab 35 Jahren hat man dann alle drei Jahre Anspruch hierauf.

In der Zeit zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr fokussiert sich die Untersuchung auf ein ausführliches Eingangsgespräch, auch Anamnese genannt, welches auch speziell auf den Impfstatus eingeht. Blut oder Urin werden nur bei einem besonderen Risiko untersucht (wie z.B. bei Übergewicht, bestehendem Bluthochdruck oder besonderen Krankheiten in der Familie).

Ab 35 Jahren beinhaltet die Untersuchung dann neben den oben genannten Teilen sowie einer Ganzkörperuntersuchung und Blutdruckmessung auch eine Urinprobe und Blutentnahme. Ein abschließendes Beratungsgespräch gehört immer dazu.

Was der Arzt bei der Anamnese wissen möchte

Welche Informationen sind für ihn wichtig? Das sind alle Informationen bezüglich

  • bereits bestehender Erkrankungen
  • Einnahme von Medikamenten
  • Operationen
  • Krankheiten in der Familie (beispielsweise Brustkrebs, Darmkrebs und Störungen des Fettstoffwechsels)
  • Ihrer aktuellen Gesundheitssituation
  • Ernährungsgewohnheiten, Alkoholgenuss, Rauchen
  • Stresspegel und Ihrer Fähigkeit zur Stressbewältigung
  • sportlicher Aktivität und
  • aktuellen Impfstatus mit Impfberatung

Es ist ratsam, sich bereits vor dem Arztbesuch hierüber Gedanken zu machen, um möglichst umfassend Auskunft geben zu können. Aus den Angaben und den Untersuchungsergebnissen kann der Arzt ableiten, was zu tun ist, um etwaige Risikofaktoren für Erkrankungen auszuschalten.

Was beinhaltet die Ganzkörperuntersuchung?

Der Arzt beurteilt den Bewegungsapparat, schaut beispielsweise auf Haltungsschäden, Beckenschiefstand und Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose). Auch die Körperform ist entscheidend. Die sogenannte Apfelform (vermehrt Fettgewebe am Bauch) spricht für ein erhöhtes Erkrankungsrisiko in Bezug auf Herz-Kreislauferkrankungen, da vermehrt ungünstige, entzündungsfördernde Stoffe entstehen. Der Arzt tastet den Bauchraum ab, überprüft Nervensystem und Sinnesorgane. "Sehr zu empfehlen ist ein Ultraschall der Bauchorgane", sagt die Hausärztin Dr. Petra Reis-Berkowicz, die auch geschäftsführendes Vorstandsmitglied des bayerischen Hausärzteverbandes ist. Der Ultraschall sei leider nicht genereller Bestandteil der Gesundheitsuntersuchung, wäre ihrer Meinung nach aber wichtig. "Der Arzt kann ihn aber machen, wenn er einen Verdacht hat, und dann im Rahmen der Regelversorgung abrechnen."

Weitere wichtige Untersuchungen

Mit dem Stethoskop horcht der Arzt Herz und Lungen ab, misst die Pulsfrequenz und überprüft, ob der Herzrhythmus regelmäßig ist. Hat er den Verdacht einer Herzrhythmusstörung, kann er zur weiteren Abklärung ein Elektrokardiogramm (EKG) anfertigen. Das wird er auch tun, wenn bei der Anamnese deutlich wurde, dass der Patient bei Belastung Brustschmerzen oder Atemnot hat. Die Blutdruckmessung kann Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall, für einen Herzinfarkt oder ein Nierenversagen ergeben. Bei oberen Blutdruckwerten zwischen 130 mmHg und 139 mmHg spricht man von hochnormalen Blutdruckwerten, ab 140 mmHg von Bluthochdruck. Viele Hausärzte kombinieren die Gesundheitsuntersuchung mit einem Hautkrebsscreening, das die gesetzlichen Krankenkassen unabhängig von der Untersuchung ab einem Alter von 35 bezahlen, manche bereits ab dem Alter von 18 oder 20 Jahren.

Welche Informationen liefert die Urinprobe?

Der Urin wird auf Eiweiß, Glukose, Nitrit sowie auf rote und weiße Blutkörperchen untersucht. Was kann der Arzt daraus ableiten? Glukose im Urin kann auf einen Diabetes hindeuten, rote Blutkörperchen im Urin auf Entzündungen, Infektionen, und selten auch auf Tumore. Einzelne Laborwerte sind allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig. Auffällige Werte sind nicht immer Zeichen einer Krankheit. Bei weißen Blutkörperchen im Urin könnte eine Entzündung oder Infektion, etwa eine Harnwegsinfektion, vorliegen. Zeigt der Teststreifen Nitrit an, dann spricht das für eine bakterielle Infektion. Der Nachweis von Eiweißstoffen im Urin hilft dabei, einen Nierenschaden im Frühstadium zu erkennen. Sicherheitshalber sollte in diesem Fall der Urin nach zwei bis vier Wochen erneut auf Eiweiß untersucht werden. Es kann auch aufgrund einer akuten Entzündung wie einer Harnwegsinfektion zu vermehrter Eiweißausscheidung kommen. Ist der zweite Test ebenfalls auffällig, könnte es sich womöglich um einen Nierenschaden handeln.

Wozu dient die Blutuntersuchung?

Sie erfolgt meist morgens und im nüchternen Zustand. Andernfalls sind die gemessenen Blutwerte nicht aussagekräftig.
Der Nüchternblutzuckerwert: Anhand des Blutzuckerwertes ist ein Risiko für Typ 2-Diabetes feststellbar. Werte zwischen 60 und 100 mg/dl (5,6 mmol/l) im kapillaren Vollblut gelten als normal. Liegt der Blutzuckerwert jedoch zwischen 100 und 125 mg/dl kann dies ein Hinweis auf einen Prädiabetes sein, eine Art Diabetes-Vorstadium. In diesem Fall wird der Arzt einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT) veranlassen. Er zeigt, wie stark der Blutzucker nach Trinken einer definierten Zuckerlösung steigt. Blutzuckerwerte ab 126 mg/dl (7,0 mmol/l) legen nahe, dass es sich um einen Typ 2-Diabetes handelt.

Der Gesamtcholesterinspiegel, LDL, HDL und Triglyceride: Die Bestimmung des Gesamtcholesterinspiegels soll dazu dienen, ein erhöhtes Risiko für eine Arteriosklerose ("Arterienverkalkung") sowie für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkennen. Das Gesamtcholesterin sollte nicht über 200 mg/dl, maximal 220 mg/dl liegen. Wenn doch, kann das ein erster Hinweis auf erhöhte Blutfette und eine möglicherweise erblich bedingte Fettstoffwechselstörung sein. "Es gibt jedoch auch Menschen bei denen ein Wert von 200 mg/dl noch keinen Krankheitswert hat.

Insbesondere bei übergewichtigen oder familiär vorbelasteten Menschen ist es wichtig, zusätzlich die Werte für das "schlechte" LDL und das "gute" HDL zu messen und auch ihren Quotienten zu berechnen", rät Reis-Berkowicz. Diese Größen hätten mehr Aussagekraft als der Gesamtcholesterinwert alleine. Daher haben in die aktualisierte Version der Gesundheitsuntersuchung auch LDL, HDL und die Triglyceride, eine weitere Gruppe der Blutfette, Aufnahme in die Blutuntersuchung gefunden.

Was Sie beim Abschlussgespräch erwartet

Im Gespräch informiert Sie der Arzt über Ihren Gesundheitszustand, Ihr individuelles Risikoprofil und die weitere Vorgehensweise. Er zeigt auf, wie Sie Risikofaktoren durch Lebensstiländerungen beeinflussen können. Das können beispielsweise Ernährungsumstellungen sein, um LDL abzusenken. Wer gesättigte Fettsäuren möglichst oft durch ungesättigte Fettsäuren ersetzt, kann den Wert für LDL eventuell etwas drücken. Bei einem Prädiabetes kann mehr Bewegung ratsam sein. Arbeitende Muskeln nehmen mehr Blutzucker aus dem Blut auf. Blutzuckerwerte bessern sich unter Umständen wieder. Falls weitergehende Untersuchungen nötig sein sollten, wird auch dies Thema des Abschlussgesprächs sein. Und natürlich können dann, falls nötig, gleich Impfungen aufgefrischt oder nachgeholt werden.
"Durch regelmäßige Vorsorge ist es möglich, spätere chronische Erkrankungen zu verhindern und so eine hohe Lebensqualität auch noch bis ins fortgeschrittene Alter zu erhalten", so Reis-Berkowicz. Diese Chance sollten Sie nutzen.

Quelle: Apotheken-Umschau

Sehr wirksame HPV-Impfung

Sehr wirksame HPV-Impfung

Humane Papillomviren (HPV) können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Die HPV-Impfung, die das Risiko von Gebärmutterhalskrebs senken soll, hat sich als äußerst wirksam erwiesen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei Frauen, die rechtzeitig geimpft wurden, rund 90 Prozent weniger Tumore dieser Art auftreten. Die Ergebnisse wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler über einen Zeitraum von elf Jahren die Gesundheitsregister von schwedischen Mädchen und Frauen im Alter von zehn bis 30 Jahren ausgewertet.

Quelle: Apotheken Umschau Dezember 2020

Rasanter Anstieg der Arbeitsausfälle

Rasanter Anstieg der Arbeitsausfälle

Zahl der Fehltage seit dem Jahr 2000 um 137 Prozent gestiegen / Krankmeldungen wegen Depressionen am häufigsten

In Deutschland ist die Zahl der Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen rasant gestiegen. Von 2000 bis 2019 gab es bei den Fehltagen aufgrund von psychischen Erkrankungen insgesamt einen Anstieg um 137 Prozent. Frauen waren wesentlich häufiger wegen Seelenleiden krankgeschrieben als ihre männlichen Kollegen. Das sind zentrale Ergebnisse des Psychoreports 2020 der DAK-Gesundheit.

Der aktuelle DAK-Psychoreport ist eine Langzeit-Analyse, für die das IGES Institut die anonymisierten Daten von über zwei Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet hat. Demnach erreichten die Krankschreibungen von Arbeitnehmern aufgrund von psychischen Leiden im Jahr 2019 mit rund 260 Fehltagen pro 100 Versicherte einen Höchststand. Der Blick auf die Einzel-Diagnosen zeigt, dass Depressionen und Anpassungsstörungen die meisten Ausfalltage verursachten. 2019 gingen 105 Fehltage je 100 Versicherte auf das Konto von Depressionen, bei den Anpassungsstörungen waren es 59. Auf Platz drei rangierten neurotische Störungen mit 26 Fehltagen je 100 Versicherte. Angststörungen kamen auf 19 Fehltage je 100 Versicherte.

„Enorme Herausforderung für die Gesellschaft“

„Psychische Erkrankungen sind nicht nur eine große Belastung für die Betroffenen, sie stellen unsere ganze Gesellschaft vor enorme Herausforderungen“, kommentiert DAK-Vorstandschef Andreas Storm die Ergebnisse. Vor allem die Ausfalltage wegen Anpassungsstörungen haben in den vergangenen Jahren rasant zugenommen: Seit 2000 hat sich ihre Anzahl bezogen auf 100 Versicherte vervierfacht. Storm begrüßt die Pläne der Bundesregierung, eine Offensive für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu starten. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte vor einer Woche gesagt, im Kampf gegen das Problem müssten Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsschutz und Gesundheits- sowie Familienpolitik Hand in Hand gehen. „Zentral ist, dass auch Arbeitgeber psychische Belastungen und Probleme aus der Tabuzone holen und ihren Mitarbeitern Hilfe anbieten“, so Storm. „Beim betrieblichen Gesundheitsmanagement steht unsere Kasse Firmen zur Seite und unterstützt die Versorgung und Wiedereingliederung psychisch belasteter und kranker Arbeitnehmer.“

Frauen besonders betroffen

Wie der DAK-Report zeigt, nahmen die Fehlzeiten für psychische Erkrankungen bei beiden Geschlechtern mit dem Alter kontinuierlich zu. Frauen hatten 2019 erneut wesentlich mehr Fehltage wegen Seelenleiden als ihre männlichen Kollegen (328 Fehltage je 100 Versicherte gegenüber 203 Fehltagen bei Männern).

Die öffentliche Verwaltung hatte 2019 überproportional viel Arbeitsausfall aufgrund psychischer Erkrankungen. Die Branche lag mit 382 Fehltagen je 100 Beschäftigte 47 Prozent über dem DAK-Durchschnitt. Ebenfalls viele Fehltage wegen Seelenleiden hatten zudem das Gesundheitswesen mit 338 Fehltagen und der Bereich Verkehr, Lager und Kurierdienste (249 Tage).

Saarland bei Fehltagen vorn, Schlusslicht Baden-Württemberg

Bei den Fehltagen durch psychische Erkrankungen gab es deutliche regionale Unterschiede: Während im Saarland im vergangenen Jahr 340 Fehltage je 100 Versicherte mit den entsprechenden Diagnosen begründet wurden, waren es in Baden-Württemberg lediglich 207 Fehltagen je 100 Versicherte. Berlin und Brandenburg belegten mit 303 und 301 Fehltagen je 100 Versicherte die Plätze zwei und drei der Statistik.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten gesetzlichen Kassen in Deutschland und versichert 5,6 Millionen Menschen.

Quelle DAK Psychoreport 2020

Homeoffice – Wie sogar Sportmuffel gesund bleiben

Zu Hause bleiben, heißt auch viel zu sitzen. Das schadet der Gesundheit. Dabei reichen wenige Minuten Bewegung pro Tag schon aus

Mit dem Auto zur Arbeit fahren und im Büro wieder sitzen. Das sorgt für wenig Bewegung im Alltag. Durch die Kontaktbeschränkungen haben sogar viele das Büro im Schlafzimmer aufgebaut und müssen nur morgens vom Bett zum Stuhl rollen. Theoretisch sind die Beine kaum noch nötig.

Wer bisher nur den Eindruck hatte, dass seit dem Corona-Lockdown plötzlich alle joggen, bekommt nun statistisch recht. Die Deutschen machen mehr Sport. Das zeigt eine Erhebung der Deutschen Krankenversicherung (DKV) in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos, die im Mai unter mehr als 1000 Befragten erhoben wurde. Dabei zeigte die Erhebung in den vergangenen Jahren eigentlich immer einen Trend hin zu weniger körperlicher Aktivität. Die Krise hat das geändert.

„Viele Menschen haben befürchtet, dass der Lockdown den Bewegungsmangel weiter verschärfen könnte“, sagt Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der DKV. „Dahingehend überraschen die Ergebnisse positiv: Immerhin gut ein Viertel der Bevölkerung hat erkannt, wie wichtig es ist, aktiv zu sein.“

Seit dem Lockdown bewegen sich die Deutschen mehr

Die DKV hat in der Studie die Bewegungsgewohnheiten abgefragt. So gaben etwa 22 Prozent der Befragten an, mehr Rad zu fahren oder zu Hause Sport zu treiben. Gut ein Viertel läuft Strecken zu Fuß, die er oder sie zuvor mit dem Auto oder der Bahn gefahren ist. Fast 40 Prozent gaben an, mehr spazieren zu gehen.

Diese moderate Bewegung reicht schon aus, um gesund zu bleiben, heißt es bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie empfiehlt pro Woche 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung. Das wären pro Tag ein Spaziergang von mindestens 21 bis 42 Minuten.

Wer länger durchhält, wird zusätzlich belohnt. Bei mehr als 300 Minuten Bewegung pro Woche sinkt das Risiko für Brust- oder Darmkrebs, Diabetes oder einen Schlaganfall.

Dynamischen Arbeitsplatz einrichten

Damit Arbeitnehmer, die vornehmlich sitzen, keine langfristigen Schäden davontragen, empfiehlt das Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) zusätzlich einen möglichst dynamischen Arbeitsplatz.

Das heißt konkret, den Drucker oder den Papierkorb in den Flur zu stellen. So muss für jeden Ausdruck oder jede verworfene Idee aufgestanden und ein paar Schritte gegangen werden.

Möglich ist auch, den Videocall in ein Telefonat zu überführen und dabei im Zimmer auf und ab zu laufen.

Auch ein Steharbeitsplatz ist sinnvoll. Doch nicht in jedem Büro oder Homeoffice gibt es einen verstellbaren Schreibtisch. Die Lösung ist so simpel wie unkonventionell: Auf einer Kommode oder einem Regal zu arbeiten, kann eine echte Alternative darstellen. Bücher oder Kisten können als zusätzliche Erhöhung dienen.

Tipp: Die 40-15-5-Regel am Schreibtisch

So ist es auch möglich, die sogenannte 40-15-5-Regel einzuhalten: 40 Minuten sitzen, 15 Minuten stehen und dann 5 Minuten bewegen - damit auch der Körper in Bewegung bleibt.

Wenn die Gedanken nicht so fließen wollen, eignet sich während der Arbeitszeit auch mal ein Spaziergang. An der frischen Luft lösen sich Denkblockaden oft von alleine auf, weil der Körper das Stresshormon Cortisol nur bei Bewegung abbaut.

Wer regelmäßig kleinere Übungen oder sogar Bewegungsrituale, etwa nach jedem Toilettengang, einführt, kann damit nicht nur den Körper entspannen, sondern auch für eine bessere Konzentration sorgen.

Anleitungen auf Youtube suchen

Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt: Von regelmäßigem Arm-, Schulter- Kopf- und Handkreisen bis hin zu Körperstreckungen oder sogar Hampelmännern ist alles erlaubt. „Und warum eigentlich nicht mal während der Arbeit tanzen?”, ermutigt das IFBG.

Videos mit Anleitung zu Nackentraining oder kurzen Yoga und Meditationsübungen gibt es bei Youtube zu Hauf.

Apropos Toilettengang: Allein der sorgt schon für ziemlich viel Bewegung. Je häufiger also, desto besser. Und das klappt am besten mit viel trinken, was ohnehin für die Gesundheit gut und wichtig ist.

 

Quelle: karriere.de 30.07.2020

Berufsunfähig wegen Krebs: Frauen trifft es öfter und früher

Berufsunfähig wegen Krebs: Frauen trifft es öfter und früher

Frauen werden häufiger und bereits in jüngerem Alter aufgrund von Krebs berufsunfähig. Bei Männern hingegen steigt der Anteil von Krebs als Ursache einer Berufsunfähigkeit erst ab 51 Jahren deutlich an. Dies zeigt eine Auswertung des Bestands von BU- Leistungsempfängern von Swiss Life Deutschland.

Von Berufsunfähigkeit aufgrund von Krebs sind Frauen häufiger und bereits in jüngeren Jahren betroffen als Männer. So werden Frauen zwischen 21 und 30 Jahren doppelt so oft wegen eines Krebsleidens berufsunfähig wie gleichaltrige Männer. In der Altersgruppe von 31 bis 40 Jahren trifft es das weibliche Geschlecht mit 15% anteilsmäßig sogar dreimal so häufig wie Männer. Dies geht aus einer Datenerhebung des Versicherers Swiss Life Deutschland hervor. Ausgewertet wurde der Bestand an Leistungsempfängern einer Berufsunfähigkeitsversicherung der vergangenen zehn Jahre.

Dagegen nimmt der prozentuale Anteil von Krebs als BU-Ursache bei den Männern mit 11% erst im Alter zwischen 51 und 60 Jahren deutlich zu. Doch auch in dieser Altersgruppe werden Frauen mit 16% anteilsmaßig öfter berufsunfähig infolge eines Krebsleidens als Männer.

Brustkrebs spielt wesentliche Rolle

Die hohen prozentualen Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei der BU-Ursache Krebs wurden laut Swiss Life darauf schließen lassen, dass Brustkrebs hier eine wesentliche Rolle spiele. Denn die Diagnose Brustkrebs erhalten nicht selten auch jüngere Frauen. Da aufgrund des medizinischen Fortschritts und regelmäßiger Untersuchungen zur Früherkennung die Heilungschancen in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen sind und somit die Prognose in den meisten Fallen günstig ist, sei die Reaktivierungsrate entsprechend hoch. Die betroffenen Frauen können also häufig nach ein bis zwei Jahren wieder in ihren Beruf zurückkehren.

Prostatakrebs bei Männern ab 50

Bei Männern dagegen zeigt sich Prostatakrebs als die häufigste Krebsform, die meist erst ab Anfang 50 auftritt. Somit schlägt sich Krebs als Ursache fur eine BU erst relativ spät in den Statistiken nieder, so Swiss Life.

Aktuell erhalten mehrere Hunderte Kunden, die wegen eines Krebsleidens berufunfähig geworden sind, eine monatliche BU-Rentenzahlung von Swiss Life. Wie der Versicherer weiter mitteilt, beträgt der Anteil im betrachteten Zeitraum der vergangenen zehn Jahre konstant 10% aller Leistungsfälle. ,,Hauptursache fur eine Berufunfähigkeit sind psychische Erkrankungen, die in den letzten Jahren stark angestiegen sind. Bei Krebs erkennen wir glücklicherweise keinen Anstieg. Dennoch ist eine Krebserkrankung eine besondere Belastung fur Kunden, die nicht selten auch mit dem temporären Ausscheiden aus dem Berufsleben einhergeht", erklärt Stefan Holzer, Leiter Versicherungsproduktion und Mitglied der Geschaftsleitung von Swiss Life Deutschland.

60% der Deutschen fürchten eine Krebserkrankung

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von Swiss Life hat zudem ergeben, dass 60% der Deutschen besonders Angst davor haben, an Krebs zu erkranken. Auf Platz 2 folgt mit einem Anteil von 47% die Furcht vor Schlaganfall. An 3. Stelle rangiert die Angst vor Demenz (42%). Fast jeder Zweite der Befragten hat im Familien- oder Freundeskreis jemanden, der an Krebs erkrankt ist. Viele der betroffenen konnten ihren Beruf mindestens sechs Monate oder länger nicht ausüben. Zugleich haben aber über 80% der Befragten keine Berufunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. ,,Diese Zahlen belegen leider deutlich, dass immer noch zu viele Menschen die Bedeutung einer Absicherung ihrer Arbeitskraft unterschätzen", unterstreicht Holzer.

Quelle: Swiss Life Deutschland 06.2020

Ärztin im Krankenhaus

30 Prozent weniger Patienten in der Kardiologie – Ärzte werden stutzig

In der Corona-Krise kommen nur noch wenige Patienten mit akuten anderen Leiden in deutsche Kliniken. Da niemand an einen plötzlichen Einbruch der Schlaganfall-Zahlen glaubt, beschleicht die Mediziner eine böse Vorahnung.

Mediziner und Krankenhäuser beobachten in der Corona-Krise einen beunruhigenden Trend. Wohl aus Angst vor einer Infektion kommen sehr viel weniger Patienten mit akutem Behandlungsbedarf in die Kliniken. „Wir stellen fest, dass Diagnosen wie Schlaganfallverdacht, Herzinfarkt oder Blinddarmentzündung deutlich nachgelassen haben“, sagt Siegfried Hasenbein, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft in München. Gleiches gilt für Krebspatienten.

Eine genaue Statistik gibt es noch nicht, aber Mediziner registrieren das Phänomen deutschlandweit: „Wir haben auf einmal sehr viel weniger Patienten mit dringenden Symptomen“, sagt der Lungenkrebsspezialist Niels Reinmuth, Chefarzt für Thorakale Onkologie an der Asklepios Fachklinik in Gauting bei München. „Das ist etwas, das wir alle beobachten.“

Zahlen nennt das Klinikum Nürnberg: Demnach gibt es bei den stationären Aufnahmen einen deutlichen Rückgang einzelner Diagnosen, der sich vor allem seit der elften Kalenderwoche bemerkbar macht. „In die kardiologische Notaufnahme kommen zwischen 20 und 30 Prozent weniger Patienten zur Abklärung unklarer Brustschmerzen“, teilt das Krankenhaus mit. Und in der neurologischen Notaufnahme gibt es demnach im Vergleich zu 2019 deutliche Rückgänge bei Schlaganfallverdachtsfällen von minus 30 Prozent.

Ein Sprecher der DAK-Gesundheit sagte gegenüber WELT, im März seien laut einer Sonderanalyse der Krankenkasse 25 Prozent weniger Menschen mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert worden als im März 2018 und 2019.

2018 gab es 210.000 Herzinfarkte und etwa 300.000 Schlaganfälle in Deutschland. Dass sich diese Zahlen wegen der Corona-Epidemie plötzlich verringert haben, glaubt niemand in der medizinischen Gemeinde.

„Es muss aber vermieden werden, dass Angst vor dem Virus andere Krankheiten und Todesfälle verursacht“, sagt ein Sprecher der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Die größte medizinische Krise der vergangenen Jahrzehnte hat für die Krankenhäuser bisher die eigenartige Folge einer außergewöhnlich schwachen Auslastung. Die befürchtete Welle von Corona-Patienten ist zur Erleichterung aller Beteiligten ausgeblieben. Alle planbaren Behandlungen wurden verschoben.

So sind in Bayerns Kliniken nach Angaben der örtlichen Krankenhausgesellschaft derzeit im Schnitt zwischen 40 und 60 Prozent der Betten nicht belegt. „Auch auf den Intensivstationen sind noch Kapazitäten frei“, sagt Geschäftsführer Hasenbein. In Nordrhein-Westfalen ist die Lage ähnlich. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft schätzt, dass derzeit bundesweit 150.000 Betten frei sind.

„Kein erhöhtes Ansteckungsrisiko für andere Patienten“

Auch die Rettungsdienste haben vergleichsweise wenig zu tun: „In den letzten Wochen nehmen wir einen stetigen Rückgang an Krankentransporte wahr“, heißt es beim Bayerischen Roten Kreuz in München. Deswegen sollen die Krankenhäuser nun schrittweise wieder in den Regelbetrieb wechseln.

Aus ärztlicher Sicht besorgniserregend ist der unerwartete Rückgang der Patienten mit akuten Symptomen. Dabei tun die Häuser alles, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren: Corona-Infektionen werden getrennt von allen anderen Patienten behandelt.

„Mit der abgetrennten Station und der Zimmerisolierung besteht kein erhöhtes Ansteckungsrisiko für andere Patienten“, heißt es etwa bei der Asklepios-Klinik im oberbayerischen Bad Tölz. Das Muster ist bundesweit gleich, die Kliniken folgen den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

„Sorge, dass im Sommer viele Patienten kommen, die besser vier Monate früher gekommen wären“

Patienten mit akuten Erkrankungen laufen große Gefahr, wenn sie nicht zum Arzt gehen. „Wenn man akuten Behandlungsbedarf nicht erkennt, riskiert man möglicherweise lebensbedrohliche Probleme“, sagt der Gautinger Chefarzt Reinmuth. „Bei einem Tumor kann eine Verzögerung bedeuten, dass die Erkrankung gar nicht mehr oder mit sehr viel schlechteren Heilungschancen behandelt werden kann.“

Viele Ärztinnen und Ärzten treibt daher in diesen Tagen eine Frage um: „Wir haben die Sorge, dass wir im Sommer viele Patienten bekommen werden, die besser vier Monate früher gekommen wären“, sagte der Onkologe.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) appelliert an die Bürger: „Wer Symptome etwa auf einen Herzinfarkt oder auf eine andere schwerwiegende Erkrankung verspürt, sollte sich unbedingt vom Arzt untersuchen lassen.“ Allerdings sind alle Patienten gebeten, zunächst telefonisch Kontakt aufzunehmen und das weitere Vorgehen abzuklären.

Quelle: WELT 23.04.2020

 

Krebszellen

Weltkrebstag: WHO warnt vor Verdopplung der Krebsfälle

2018 erkrankten weltweit 18,1 Millionen Menschen neu an Krebs. Im Jahr 2040 könnten es laut einer Prognose der Krebsforschungsagentur IARC bis zu 37 Millionen neue Fälle sein.

Eine Ursache ist die wachsende und alternde Weltbevölkerung. Aber auch "Lebensstilfaktoren" wie Rauchen, Übergewicht und falsche Ernährung können das Risiko erhöhen.

In Deutschland überleben derzeit 65 Prozent aller an Krebs erkrankten Menschen für mindestens fünf Jahre.

WHO warnt vor Verdopplung der Krebsfälle

Die Zahl der Krebsfälle weltweit dürfte sich nach einer Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis 2040 fast verdoppeln. Das geht aus dem alle fünf Jahre erstellten Weltkrebsreport der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) hervor. 2018 erkrankten demnach weltweit 18,1 Millionen Menschen neu an Krebs, 9,6 Millionen Menschen starben daran. Im Jahr 2040 dürften etwa 29 bis 37 Millionen Menschen neu an Krebs erkranken, berichtet die IARC zum Weltkrebstag an diesem Dienstag.

Auch der Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Michael Baumann, geht von einer solchen Entwicklung aus. Gründe seien die wachsende und älter werdende Weltbevölkerung, aber auch "Lebensstilfaktoren", sagte Baumann am Montag in Berlin. Für Deutschland erwarte man einen Anstieg der jährlichen Neuerkrankungen von derzeit 500 000 auf dann etwa 600 000 Fälle.

Krebs zu überleben ist auch eine Frage des Wohlstands

Baumann rief die Menschen zu einer gesundheitsbewussteren Lebensweise auf. "Nach heutigem Wissensstand könnte man, wenn man alles das einhält, was wir derzeit wissen, tatsächlich 40 Prozent der Krebserkrankungen durch primäre Prävention verhindern." Baumann nannte Punkte, die zwar viele Menschen wüssten, die aber trotzdem nicht gut umgesetzt würden: nicht rauchen, kein Übergewicht, körperliche Aktivität, gesunde Ernährung, wenig oder kein Alkohol und "alle Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen wahrnehmen, die gegen Krebserkrankungen empfohlen werden".

In Deutschland überlebten derzeit 65 Prozent aller an Krebs erkrankten Menschen für mindestens fünf Jahre. Damit sei Deutschland zwar international weit vorn. Das bedeute aber auch, "dass 35 Prozent aller Mitbürger, die an Krebs erkranken, eben nicht fünf Jahre überleben". Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankt in Deutschland fast jeder Zweite an Krebs: Bei Frauen beträgt das Lebenszeitrisiko 42,6 Prozent, bei Männern 47,5 Prozent.

Krebs zu überleben sei auch eine Frage des Wohlstands, so die IARC, die zur WHO gehört. Sowohl Betroffene in ärmeren Ländern als auch ärmere Bevölkerungsschichten in reichen Ländern hätten geringere Überlebenschancen. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, sei in Ländern mit hohen Einkommen zwischen 2000 und 2015 um 20 Prozent gesunken, in Ländern mit niedrigen Einkommen nur um 5 Prozent.

Quelle SZ 04.02.2020

Junge streckt Zunge raus

Vier von fünf Jugendlichen bewegen sich zu wenig

Erstmals wurde weltweit untersucht, wie gesund Jugendliche leben. Ein Problem eint dabei alle Teenager: Sie bewegen sich viel zu wenig. Kaum Lust auf sportliche Aktivitäten haben dabei insbesondere die Mädchen.
Eine Stunde Bewegung am Tag ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausreichend für Kinder und Jugendliche – doch selbst die schaffen nur wenige. Laut einer WHO-Studie bewegt sich weltweit nur ein Fünftel der Elf- bis 17-Jährigen so viel.

Auch deutsche Jugendliche schneiden in der Studie schlecht ab: 79,7 Prozent der Jungen und sogar 87,9 Prozent der Mädchen waren 2016 körperlich nicht aktiv genug. Im Vergleich zum Jahr 2001 haben sich die Zahlen für Deutschland kaum verändert, auch weltweit gab es nur geringe Verbesserungen.
Der Bericht, der in der Fachzeitschrift „Lancet Child & Adolescent Health“ veröffentlicht wurde, basiert auf Umfragedaten aus den Jahren 2001 bis 2016. Dabei wurden 1,6 Millionen Schüler zwischen elf und 17 Jahren in 146 Ländern befragt.

Lieber Smartphone statt Sport

Warum sich die Jugendlichen so wenig bewegen, wurde nicht erforscht. Dennoch haben die Forscher eine Vermutung: „Wir hatten eine elektronische Revolution, die die Bewegungsmuster von Jugendlichen offensichtlich verändert hat – und sie dazu anregt, mehr zu sitzen, weniger aktiv zu sein, mehr zu fahren, weniger zu gehen“, sagt Leanne Riley, eine der Co-Autorinnen der Studie. Die Jugendlichen spielten lieber digital, statt wirklich aktiv zu sein.

Ein weiterer Grund für fehlende körperliche Aktivität sei zudem die Frage der Sicherheit in manchen Umfeldern. „Es gibt Umfelder, in denen wird es immer gefährlicher, draußen zu sein und aktiv zu sein. Wenn es nicht sicher genug ist, draußen zu sein, dann gehen Jugendliche auch weniger zu Fuß zur Schule oder fahren mit dem Fahrrad“, so Riley.

Der für Deutschland zu beobachtende Unterschied zwischen Jungen und Mädchen findet sich auch auf globaler Ebene wieder: Während sich 77,6 Prozent der Jungen nicht ausreichend bewegen, sind es bei den Mädchen 84,7 Prozent. Die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern wurden in Irland (17 Prozentpunkte) und den USA (16,5 Prozentpunkte) festgestellt.

Die unbeweglichsten Kinder leben in Südkorea

„Hier wirken sich auch kulturelle Aspekte aus. In manchen Kulturen ist es nicht vorgesehen, dass Mädchen so aktiv sind wie Jungen, oder sie werden nicht ermutigt, sich so viel zu bewegen wie die Jungen“, erklärt Riley. Insgesamt war der Anteil an inaktiven Kindern in Südkorea am höchsten, während er in Bangladesch am niedrigsten war.

Die WHO hatte eigentlich das Ziel ausgegeben, den Anteil der Jugendlichen mit zu wenig Bewegung bis 2030 auf 70 Prozent zu senken. „Dieses Ziel können wir nicht einhalten, wenn sich diese Trends fortsetzen“, macht Regina Guthold, Studienautorin und WHO-Expertin für die Gesundheit von Jugendlichen, deutlich.

Quelle WELT 22.11.2019

Immer mehr Menschen erleiden Infarkt, dabei ist der Schutz simpel

Immer mehr Menschen erleiden Infarkt, dabei ist der Schutz simpel

Etwa 300.000 Deutsche erleiden jedes Jahr einen Herzinfarkt. Dabei gibt es vier entscheidende Faktoren für die Herzgesundheit, die Sie größtenteils selbst in der Hand haben. Ulf Landmesser, Direktor der Klinik für Kardiologie an der Charité in Berlin, verrät, wie Sie Ihr Herz ganz einfach gesund halten können.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Allein Herzinfarkte erleiden jedes Jahr etwa 300.000 Deutsche. Dabei wäre die Vorsorge simpel: Mit kleinen Veränderungen in ihrem Alltag können Sie Ihre Herzgesundheit deutlich steigern.

FOCUS Online hat Ulf Landmesser, den Direktor der Klinik für Kardiologie an der Berliner Charité gesprochen. Er erklärt die entscheidenden Faktoren für einen gesunden Lebensstil - und nicht nur das Herz profitiert von ihnen:

Das Rauchen aufgeben

Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen. Es begünstigt die Entstehung von Arteriosklerose, also der Verkalkung der Gefäße. Tabakrauch verengt zusätzlich die Blutgefäße und sorgt so für einen erhöhten Blutdruck. Aber auch die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels leidet unter ihm.

Wer mit dem Rauchen aufhört, bei dem verbessert sich bereits nach kurzer Zeit die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels und der Blutdruck sinkt. Nach etwa zwei Jahren haben Ex-Raucher ein ebenso hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Nichtraucher.

Regelmäßig Ausdauersport betreiben

Auch zu wenig Bewegung ist laut Landmesser ein Risikofaktor für Herzerkrankungen. Kardiologen empfehlen, mindestens drei Mal pro Woche Ausdauersport zu betreiben - für etwa 30 Minuten.

Das senke das Erkrankungsrisiko erheblich, indem es Herzgefäße und Herzfunktion unterstützt. Außerdem hebe Ausdauersport die Stimmung, was sich auch positiv auf das Gemüt auswirkt.

Auf eine gesunde Ernährung achten

Herzgesundheit geht durch den Magen: Ulf Landmesser empfiehlt, für ein gesundes Herz auf gesunde Nahrung zu achten. Dafür sollten Sie auf eine Mischung aus Obst und Gemüse, guten Ölen, Fisch und magerem Fleisch setzen. Verzichten sollten Sie hingegen auf rotes und fettiges Fleisch sowie zuckerhaltige Lebensmittel.

Angeborene Risikofaktoren abchecken lassen

Auch, wenn Sie gesund leben, nicht rauchen und sich gut ernähren kann ein Restrisiko bestehen, wenn sie familiär oder genetisch vorbelastet sind. Leidet jemand aus Ihrer Familie an einer Herzkrankheit oder haben Sie einen angeborenen Herzfehler? Wenn Sie eine dieser Fragen mit "Ja" beantworten können oder sich nicht sicher sind, sollten Sie sich einmal bei einem Kardiologen durchchecken lassen, um mögliche Vorbelastungen auszuschließen. Mit einer frühen Erkennung und dem Management von Risikofaktoren, wie erhöhtem Blutdruck oder Lipidwerten, kann häufig ein Herzinfarkt vermieden werden.

Quelle FOCUS Online 02.09.2019

DAK Psychoreport

DAK-Psychoreport 2019: dreimal mehr Fehltage als 1997

In Deutschland fehlte im vergangenen Jahr jeder 18. Arbeitnehmer wegen einer psychischen Erkrankung im Job. Ausgehend von den Daten der DAK-Gesundheit waren damit hochgerechnet 2,2 Millionen Menschen betroffen. Seit 1997 hat sich die Anzahl der Fehltage, die von Depressionen oder Anpassungsstörungen verursacht werden, mehr als verdreifacht. Am häufigsten fehlen Arbeitnehmer mit der Diagnose Depression. Fehltage wegen Anpassungsstörungen stiegen in den vergangenen Jahren besonders deutlich an. Das sind zentrale Ergebnisse des Psychoreports 2019 der DAK-Gesundheit.

Der aktuelle DAK-Psychoreport ist eine Langzeit-Analyse, für die das IGES Institut die anonymisierten Daten von rund 2,5 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet hat. Demnach erreichten die Krankschreibungen von Arbeitnehmern aufgrund von psychischen Leiden im Jahr 2017 mit 250 Fehltagen pro 100 Versicherte einen Höchststand. 2018 gingen sie erstmals leicht um 5,6 Prozent auf 236 Fehltage pro 100 Versicherte zurück. Seelenleiden lagen damit im vergangenen Jahr bundesweit auf dem dritten Platz der Krankheitsarten.

Depressionen mit den meisten Fehltagen

Der Blick auf die Einzel-Diagnosen zeigt, dass Depressionen und Anpassungsstörungen nach wie vor die meisten Ausfalltage verursachen. 2018 gingen 93 Fehltage je 100 Versicherte auf das Konto von Depressionen, bei den Anpassungsstörungen waren es 51. Auf Platz drei rangieren neurotische Störungen mit 23 Fehltagen je 100 Versicherte. Angststörungen kommen auf 16 Fehltage je 100 Versicherte.

Der aktuelle DAK-Psychoreport zeigt auch, dass vor allem Ausfalltage wegen Anpassungsstörungen in den vergangenen Jahren rasant zugenommen haben: Seit 2000 haben sie sich fast verdreifacht – auf jetzt 51 Fehltage je 100 Versicherte. DAK-Vorstandschef Andreas Storm führt diese Entwicklung auch auf einen offeneren Umgang mit psychischen Erkrankungen zurück, denn aus wissenschaftlicher Sicht sind diese seit Jahrzehnten in der Bevölkerung nahezu gleich verbreitet. „Vor allem beim Arzt-Patienten-Gespräch sind psychische Probleme heutzutage kein Tabu mehr“, so Storm. „Deshalb wird auch bei Krankschreibungen offener damit umgegangen.“ In Betrieben sehe dies aber oft noch anders aus. Storm fordert deshalb: „Auch Arbeitgeber müssen psychische Belastungen und Probleme aus der Tabuzone holen und ihren Mitarbeitern Hilfe anbieten.“

Burnout wird wieder öfter diagnostiziert

Seit 2012 hat die Zusatzdiagnose Burnout im Krankheitsgeschehen deutlich an Relevanz verloren. So halbierte sich die Anzahl der Fehltage in den vergangenen sechs Jahren nahezu. Allerdings wurde Burnout 2018 im Vergleich zum Vorjahr wieder etwas öfter auf Krankschreibungen notiert (5,3 Fehltage je 100 Versichert zu 4,6 Fehltage je 100 Versicherte). Beim Blick auf das Alter fehlten Arbeitnehmer „60plus“ mit neun Fehltagen je 100 Versicherte am meisten wegen Burnout im Job. Insgesamt steigen die Fehltage aufgrund von Burnout mit dem Alter an. Erst vor kurzem hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Burnout als Syndrom eingestuft. Dieses entstehe aufgrund von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werde.

Besonders viele Fehltage bei Frauen

Wie der DAK-Report zeigt, nimmt die Zahl der Fehltage für psychische Erkrankungen bei beiden Geschlechtern mit dem Alter kontinuierlich zu. Frauen waren 2018 knapp doppelt so oft wegen Seelenleiden krankgeschrieben als ihre männlichen Kollegen (298 Fehltage je 100 Versicherte gegenüber 183 Fehltagen bei Männern).

Psychische Erkrankungen besonders in der öffentlichen Verwaltung verbreitet

Die Branchen „Öffentliche Verwaltung“ sowie „Gesundheitswesen“ weisen überproportional viele Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen auf. So verursachten 100 Beschäftigte in der Öffentlichen Verwaltung im Jahr 2018 358 Fehltage. Im Gesundheitswesen waren es 321 Ausfalltage. Im Schnitt über alle Branchen hinweg kam es zu knapp 236 Fehltagen.

Saarland bei Fehltagen vorn, Schlusslicht Bayern

Bei den Fehltagen durch psychische Erkrankungen gibt es deutliche regionale Unterschiede: Während im Saarland im vergangenen Jahr 312 Fehltage je 100 Versicherte mit den entsprechenden Diagnosen begründet wurden, waren es in Bayern lediglich 193. Auch die Baden-Württemberger blieben mit 214 Fehltagen je 100 Versicherte vergleichsweise selten mit psychischen Problemen der Arbeit fern. Bremen und Berlin belegen mit 218 und 279 Fehltagen je 100 Versicherte die Plätze zwei und drei der Statistik. Die ostdeutschen Bundesländer bewegen sich bei den Ausfalltagen aufgrund von psychischen Erkrankungen im Mittelfeld.

Quelle DAK Psychoreport 2019 - 25.07.2019